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70% Oeffnungsrate: Was wir aus 50.000 Cold Mails gelernt haben

In den letzten Monaten haben wir bei Taluf über 50.000 Cold Mails in verschiedenen B2B-Kampagnen versendet. Diese Erfahrung hat uns wertvolle Einblicke gegeben, was wirklich funktioniert und was nicht. In diesem Artikel teilen wir die wichtigsten Learnings zu Betreffzeilen, Personalisierung, Sendezeiten und Follow-up-Sequenzen.

Betreffzeilen: Kurz, lowercase, Frageformat

Die Analyse unserer erfolgreichsten Kampagnen zeigt ein klares Muster: Betreffzeilen mit drei bis fünf Wörtern performen deutlich besser als längere Varianten. Durchschnittlich erreichten kurze Betreffzeilen eine Oeffnungsrate von 72%, während längere Betreffzeilen bei nur 58% lagen.

Besonders effektiv waren Betreffzeilen im Frageformat. Varianten wie "neue Stelle bei [Firma]?" oder "Funding-Runde abgeschlossen?" erzielten durchschnittlich 15% höhere Oeffnungsraten als Aussagesätze. Zusätzlich funktionierte die Verwendung von lowercase Buchstaben besser als gemischte Groß- und Kleinschreibung.

Personalisierung: Spezifische Signale schlagen generische Variablen

Die größte Überraschung war der Unterschied zwischen echter Personalisierung und generischen Variablen wie {{firstName}}. E-Mails, die auf spezifische Unternehmenssignale Bezug nahmen, erreichten eine durchschnittliche Reply-Rate von 14%, während generisch personalisierte E-Mails nur bei 4,5% lagen.

Die besten Signale waren aktuelle Jobinserate für relevante Positionen, kürzlich abgeschlossene Funding-Runden, neue Produktlaunches oder Pressemitteilungen. Wenn wir diese Signale in der ersten E-Mail erwähnten, stieg die Reply-Rate um das Dreifache im Vergleich zu E-Mails mit nur dem Vornamen.

Ein Beispiel: Statt "Hallo Max" zu schreiben, erwähnten wir "Ich habe gesehen, dass [Firma] gerade eine Stelle für einen Head of Sales ausgeschrieben hat." Diese Art der Personalisierung zeigt echte Recherche und erhöht die Glaubwürdigkeit erheblich.

Sendezeiten: Dienstag bis Donnerstag, 8 bis 10 Uhr

Die Analyse der Sendezeiten ergab ein klares Optimum: Dienstag bis Donnerstag zwischen 8 und 10 Uhr lokaler Zeit des Empfängers. In diesem Zeitfenster erreichten wir durchschnittlich 73% Oeffnungsrate, während E-Mails am Montag oder Freitag deutlich schlechter performten.

Montags waren die Empfänger oft noch im Wochenendmodus oder mit der Wochenplanung beschäftigt. Freitags standen viele bereits mental im Wochenende. Dienstag bis Donnerstag sind die produktivsten Tage, an denen Entscheider ihre E-Mails aktiv bearbeiten.

Die Morgenstunden zwischen 8 und 10 Uhr sind optimal, weil die meisten Empfänger zu dieser Zeit ihre E-Mails checken, bevor wichtige Meetings beginnen. Nach 10 Uhr sinkt die Aufmerksamkeit deutlich.

Follow-ups: Drei Schritte, drei Tage Abstand

Unsere erfolgreichsten Sequenzen bestanden aus drei E-Mails mit jeweils drei Tagen Abstand. Jede E-Mail fügte neuen Mehrwert hinzu, statt nur die vorherige zu wiederholen.

Die erste E-Mail war kurz und bot einen konkreten Wert, ohne direkt nach einem Termin zu fragen. Die zweite E-Mail erweiterte den Kontext und verknüpfte unsere Lösung mit einer aktuellen Herausforderung des Zielunternehmens. Die dritte E-Mail enthielt dann die konkrete Anfrage für ein Gespräch.

Diese Struktur führte zu einer deutlich höheren Reply-Rate als direkte Anfragen in der ersten E-Mail. Der Schlüssel liegt darin, Vertrauen aufzubauen, bevor man um etwas bittet.

Die Ergebnisse

Kampagnen-Performance

  • Durchschnittliche Oeffnungsrate: 70%
  • Durchschnittliche Reply-Rate: 12%
  • 50.000 versendete Cold Mails
  • Mehrere B2B-Kampagnen über verschiedene Branchen
  • Datengetriebene Targeting-Strategie

Über alle Kampagnen hinweg erreichten wir eine durchschnittliche Oeffnungsrate von 70% und eine Reply-Rate von 12%. Diese Zahlen zeigen, dass datengetriebenes Targeting deutlich besser funktioniert als hohe Versendevolumina ohne Strategie.

Das wichtigste Learning

Die zentrale Erkenntnis aus 50.000 Cold Mails ist klar: Datengetriebenes Targeting schlägt Volumen. Statt möglichst viele E-Mails zu versenden, sollten Unternehmen ihre Energie in die präzise Definition des Ideal Customer Profile, die Recherche spezifischer Signale und die echte Personalisierung investieren.

Eine Kampagne mit 500 hochqualifizierten, stark personalisierten E-Mails erzielt bessere Ergebnisse als eine mit 5.000 generischen E-Mails. Die Zeit, die in Recherche und Personalisierung investiert wird, zahlt sich durch deutlich höhere Oeffnungs- und Reply-Raten aus.

Für B2B-Unternehmen, die Cold Email Outreach erfolgreich einsetzen wollen, bedeutet das: Qualität vor Quantität. Investieren Sie in Tools und Prozesse, die echte Personalisierung ermöglichen, und nutzen Sie Daten, um Ihre Zielgruppe präzise zu definieren.